Periostmassage


Was versteht man darunter?

 
Die Periostmassage ist eine Form der Reflexzonenmassage. Sie wirkt - ähnlich wie die Bindegewebsmassage - nicht nur lokal am Ort der Massage, sondern hat darüber hinaus Einflüsse auf weiter entfernt liegende Organe. Das Periost oder die Knochenhaut ist eine bindegewebsartige Hülle, die den Knochen umgibt. Sie ist sehr schmerzempfindlich und besteht aus zwei Schichten: Einer äußeren faserreichen und einer inneren Schicht, die von Nerven und Blutgefäßen durchzogen ist. Das Periost schützt und ernährt die Knochensubstanz.

Bei einer Massage drückt der Therapeut mit den Fingerkuppen rhythmisch auf bestimmte Punkte des Periosts. Die Behandlung eines Punktes kann ein bis zwei Minuten in Anspruch nehmen. Die Wahl der Punkte richtet sich nach den Beschwerden, die behandelt werden sollen (z. B. im Lenden- oder Nackenbereich, dem Schulter- oder Kiefergelenk).

Das Verfahren kann bei einer Reihe von Krankheiten eingesetzt werden, die mit Schmerzzuständen verbunden sind: Kopfschmerzen Arthrose, Rückenleiden, Schulterbeschwerden, Fibromyalgie oder Tennis-Ellenbogen. Darüber hinaus können über die Fernwirkungen auf innere Organe beispielsweise auch Blasenstörungen oder Verdauungsbeschwerden behandelt werden.

Nicht angewendet werden darf die Periostmassage bei akuten Entzündungen, Tumoren oder Verletzungen im Massagegebiet, außerdem nicht bei der Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten und bei Osteoporose.


Wie wirkt die Therapie?


Die schmerzlindernde Wirkung der Periostmassage beruht vermutlich auf einem ähnlichen Effekt wie die Akupunktur: Die Massage reizt die Schmerzrezeptoren in der Knochenhaut. Daraufhin werden körpereigene Stoffe ausgeschüttet (Endorphine) die die Schmerzschwelle im ganzen Körper heraufsetzen. Dieses Prinzip ist in der Naturheilkunde als "Gegenirritation" bekannt.

Die Fernwirkung auf innere Organe kommt nach naturheilkundlichen Vorstellungen so zustande: Das Periost wird von Nervenfasern versorgt, die ihren Ursprung jeweils in einem bestimmten Abschnitt der Wirbelsäule haben. Körperzonen, die von demselben, zwischen den Wirbeln hervortretenden Nervenstrang versorgt werden, bezeichnet man als ein Segment. Zu einem solchen Segment gehören neben den entsprechenden Abschnitten des Periosts auch die inneren Organe oder Hautpartien, die von demselben Nervenstrang versorgt werden. Diese Organe sollen sich durch eine Massage des Periosts positiv beeinflussen lassen. Da die Wirkung über Nerven-Reflexe erklärt wird, zählt die Periostmassage zu den Reflexzonen-Therapien.
Die Periostmassage eignet sich nicht zur Selbstbehandlung, sondern gehört in die Hände eines erfahrenen Therapeuten. Die Technik bedarf einer fundierten Ausbildung und Kenntnisse über den Aufbau des Periosts.

 

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